Enzian
Gentianae radix
PFLANZE
Gentiana lutea L.
FAMILIE
Enziangewächse (Gentianaceae)
VERWENDETES PFLANZENTEIL
Die Wurzel
BESCHREIBUNG
Der gelbe Enzian wird bis zu 150 cm hoch und blüht das erste Mal nach 10 Jahren. Die oberirdischen Teile der Pflanze wachsen jedes Jahr erneut aus dem kräftigen Wurzelstock empor. Die Pflanze verfügt über einen fingerdicken, hohlen Stängel, an dem kräftige, ovale Blätter kreuzgegenständig wachsen. Verbreitet ist die kalkmeidende Art hauptsächlich in den Zentralalpen oberhalb der Baumgrenze und in anderen Gebirgen Mittel- und Südeuropas. Zur Gattung Gentiana gehören rund 200 Arten, die vor allem in den Gebirgen der gemäßigten Zone vorkommen. Neben dem gelben Enzian werden selten auch andere Enzian-Arten wie der blau blühende Schwalbenwurzenenzian oder der Tüpfel-Enzian für die Gewinnung der Wurzeldroge verwendet.
WIRKUNG
In den Gebirgsregionen Europas galt der Enzian bereits früh als Universalheilmittel und wurde in der Volksmedizin unter anderem zur Behandlung von Wunden, als Magenmittel oder bei Fieber und Gicht eingesetzt. Heute findet er bei leichten dyspeptischen und gastrointestinalen Beschwerden und auch bei zeitweilig auftretender Appetitlosigkeit arzneilich Verwendung. Generell regt die Enzianwurzel den Appetit an und fördert durch die Stimulation von Magensaft-, Gallen- und Verdauungssaftsekretion die Verdauung. Dies ist auf den hohen Gehalt an Secoiridoid-Bitterstoffen zurückzuführen. Das Europäische Arzneibuch schreibt für die Enzianwurzel einen hohen Bitterwert von mindestens 10.000 vor.
GESCHMACKSBESCHREIBUNG
zunächst süßlich, dann bitter
QUELLEN
Bäumler, S. (2021). Heilpflanzenpraxis Heute. Arzneipflanzenporträts, 3. Auflage, München.
Blaschek, W. (Hrsg.) (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis, 6. Auflage, Stuttgart.