Eine Rollkur – auch Wälzkur genannt – ist eine sanfte und bewährte Behandlungsmethode, die sich bei Magenbeschwerden und -entzündungen als effektiv erwiesen hat. Das Prinzip der Rollkur basiert auf der Idee, den Körper durch gezielte Umlagerung so zu positionieren, dass pflanzliche Wirkstoffe im gesamten Magen gut verteilt werden. Auf diese Weise können sie ihre heilkräftigen Eigenschaften optimal entfalten und die empfindliche Magenschleimhaut schützen.
Wann werden Rollkuren angewendet?
Rollkuren haben sich bei verschiedenen Arten von Magenbeschwerden bewährt. Insbesondere bei
Entzündungen des Magens, etwa bei akuter oder chronischer Gastritis sowie bei Reizmagen finden sie oftmals Verwendung. Außerdem können Rollkuren bei vielen weiteren Beschwerden des Magen-Darm-Trakts für Linderung sorgen.
Natürlich handelt es sich bei der Rollkur immer nur um eine ergänzende Therapiemethode, die eine fachärztliche Behandlung nicht ersetzen kann. Wer unter hartnäckigen oder wiederkehrenden Magenbeschwerden leidet, sollte sich unbedingt an einen Arzt bzw. eine Ärztin wenden.
Wie funktioniert eine Rollkur?
Bei einem entzündeten Magen können die
wertvollen Inhaltsstoffe (Schleimstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl usw.) bestimmter Arzneikräutertees Abhilfe schaffen. Wichtig ist hierbei, dass die Tees für die Rollkur in möglichst
konzentrierter Form zubereitet werden. So kann ihre Wirkung maximiert werden.
Die Anwendung beginnt idealerweise früh am Morgen, am besten noch direkt im Bett:
- Trinken Sie auf nüchternen Magen eine große Tasse lauwarmen Kamillen- oder Käsepappeltee und bleiben Sie danach circa fünf bis zehn Minuten auf dem Rücken liegen.
- Im nächsten Schritt drehen Sie sich auf die linke Seite und verharren für weitere fünf bis zehn Minuten, also für eine ähnliche Zeitspanne, in dieser Position.
- Anschließend drehen Sie sich auf die rechte Seite und bleiben für dort weitere fünf bis zehn Minuten liegen.
- Der letzte Schritt der Rollkur besteht darin, sich auf den Bauch zu drehen und auch hier für weitere fünf bis zehn Minuten zu verweilen.
Durch diese schrittweise Umlagerung wird sichergestellt, dass die heilenden Pflanzenstoffe sich gleichmäßig verteilen und alle Bereiche der Magenschleimhaut erreichen – daher der Name „Rollkur“.
Wiederholung und zusätzliche Anwendung
Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte das gesamte Prozedere
an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt werden.
Ergänzend zur Rollkur kann es hilfreich sein, über den Tag verteilt weitere Tassen lauwarmen Kamillen- oder Käsepappeltee schluckweise zu trinken. Diese Arzneitees wirken nicht bloß lokal im Magen, sondern fördern obendrein die Verdauung.
Welchen Tee verwendet man für eine Rollkur?
Die Wahl des Tees ist entscheidend für den Erfolg der Rollkur. Achten Sie darauf,
Heilkräutertees in Arzneibuchqualität zu verwenden, die einen hohen Wirkstoffgehalt garantieren. Infrage kommen vor allem zwei Kräuterteesorten:
- Kamillenblütentee enthält wertvolles ätherisches Öl sowie Flavonoide und ist für seine entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften bekannt. Als pflanzliches Arzneimittel werden die Blüten der Echten Kamille unter anderem eingesetzt, um Entzündungen des Magens zu lindern. Zudem kann Kamillenblütentee beruhigend auf den gesamten Verdauungstrakt wirken. Aus diesem Grund eignet er sich besonders gut für Rollkuren.
Hinweis: Grundsätzlich gilt der Tee als gut verträglich. Wer allerdings in der Vergangenheit bereits allergisch auf Korbblütler reagiert hat, sollte lieber auf Kamillentee verzichten.
- Käsepappeltee hat sich bei Rollkuren ebenfalls als effektiv erwiesen. Die Blätter der Käsepappel (Malve) sind überaus reich an Schleimstoffen, die bei entzündlichen Erkrankungen ihre beruhigende Wirkung entfalten. Käsepappeltee schützt die Magenschleimhaut, indem er eine Schleimschicht bildet, die den gereizten Magen beruhigt. Neben ihrer schleimhautschützenden Wirkung besitzt die Käsepappel reizlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften.
Weitere Informationen zum Wirkprofil und der medizinischen Anwendung erhalten Sie in unserem Blogbeitrag zur Käsepappel.