Meerrettich
Armoraciae rusticanae radix
PFLANZE
Armoracia rusticana
FAMILIE
Kreuzblütler (Brassicaceae)
VERWENDETES PFLANZENTEIL
Die Wurzel
BESCHREIBUNG
Bereits seit der Antike findet der Kren oder Meerrettich als Heilpflanze Verwendung. Aufgrund seines Geschmacks erfreut er sich in Österreich und im süddeutschen Raum auch als Lebensmittel großer Beliebtheit. Seine Heimat liegt im südlichen Russland, er wird allerdings beinahe auf der ganzen Welt angebaut. Am besten gedeiht er auf sandigem, feuchtem Boden. Die mehrjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 0,5 bis 1 m. Aus der kräftigen, walzen- bis rübenförmigen Wurzel entwickeln sich lange gestielte, dunkelgrüne Blätter. Später treibt aus deren Mitte der Blütenschaft hervor, besetzt mit ungestielten, lineal-lanzettlichen Blättern. Ihre weißen, angenehm duftenden, vierzähligen Blüten stehen in rispigen Blütenständen. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Als Früchte bildet die Pflanze kugelige bis verkehrt eiförmige Schötchen von etwa 0,5 cm Größe.
WIRKUNG
Durch die enthaltenen Glucosinolate (Senfölglykoside) besitzt Meerrettich ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften. Er wird daher häufig bei bakteriell bedingten Beschwerden der Harnwege eingesetzt. Sein scharfer Geschmack regt zudem die Bildung von Magensaft und Galle an und kann so appetitanregend wirken. Darüber hinaus wurden entzündungshemmende und immunstimulierende Effekte nachgewiesen. Bei äußerlicher Anwendung wirkt Meerrettich außerdem durchblutungsfördernd.
GESCHMACKSBESCHREIBUNG
beim Kauen extrem stechend scharf
QUELLEN
Bäumler, S. (2021). Heilpflanzenpraxis Heute. Arzneipflanzenporträts, 3. Auflage, München.
Blaschek, W. (Hrsg.) (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis, 6. Auflage, Stuttgart.