Juli 23, 2026

Räuchern an Lughnasadh (Lammas)

Räuchern an Lughnasadh (Lammas)

Rituale zum „Schnitterfest“

Im Hochsommer zeigt sich die Natur in ihrer ganzen Fülle: Getreideäcker stehen voller reifer Ähren, viele Kräuter entwickeln ihre Kraft und die erste Ernte beginnt. Lughnasadh oder Lammas markiert diesen Übergang vom Wachstum zur Reife und leitet langsam den Herbst ein.

Als „Schnitterfest“ lädt diese Zeit dazu ein, innezuhalten, die Ernte zu würdigen und Abschied vom Höhepunkt des Sommers zu nehmen. Rituale wie das Räuchern können dabei unterstützen, diese besondere Phase im Jahreskreis bewusst zu begehen. Alles rund um Lughnasadh und die Bräuche zu dieser Zeit erfahren Sie im folgenden Blog.



Was ist Lughnasadh?


Lughnasadh (weitere Namen: Lughnasa, Lúnasa oder Lammas) ist neben Imbolc (1. Februar), Beltane (1. Mai) und Samhain (1. November) eines der vier großen keltischen Jahreskreisfeste. Gefeiert wird es am und in der Nacht zum 1. August.

Im christlichen Brauchtum wird Lughnasadh zeitlich und thematisch mit Mariä Himmelfahrt (15. August) in Verbindung gebracht.

Das „Schnitterfest“ Lughnasadh kennzeichnet den Beginn der Getreideernte und leitet zugleich den Übergang vom Hochsommer in den Frühherbst ein. Der Name Lughnasadh geht auf den keltischen Licht- und Sonnengott Lugh zurück, der das Fest der Überlieferung nach seiner Ziehmutter Tailtiu widmete. Die ebenfalls verbreitete Bezeichnung Lammas verweist auf das Backen von Brot aus dem frisch geernteten Getreide.



Bedeutung von Lughnasadh


Im Jahreskreis markiert Lughnasadh einen wichtigen Wendepunkt. Mit dem Beginn der Ernte ist der Höhepunkt des Wachstums bereits erreicht, der Jahreslauf bewegt sich nun in Richtung Herbst. Im Mittelpunkt stehen die eingebrachten Feldfrüchte, insbesondere das geerntete Korn.

Das Fest ist eng mit dem Ernten, Verarbeiten und Nutzen der reifen Früchte verbunden. Es macht den Kreislauf von Wachstum, Reife und Vergänglichkeit erfahrbar und lenkt den Blick auf den verantwortungsvollen Umgang mit den Gaben der Natur. Gemeinschaftliche Arbeiten, Feste und das Teilen der Ernte sind daher bis heute prägende Elemente des Brauchtums.



Wann ist Lughnasadh?


Lughnasadh wird der irischen Tradition nach am 1. August gefeiert. Im Jahreskreis liegt es zwischen der Sommersonnenwende und der Herbst-Tagundnachtgleiche, kurz vor Mariä Himmelfahrt am 15. August. Um diese Zeit beginnt der Frauendreißiger.

In manchen Regionen orientieren sich die Menschen am Mondlauf und begehen Lughnasadh nicht an einem festen Datum, sondern am achten, abnehmenden Mond nach Yule (Wintersonnenwende).



Lughnasadh – Rituale & Bräuche


Rund um Lammas bzw. Lughnasadh prägen gemeinschaftliche und bäuerliche Rituale die Feierlichkeiten zur ersten Ernte des Jahres:

  • Ernte von Getreide und Feldfrüchten

  • Backen und Teilen von Brot aus dem neuen Korn

  • Gemeinsame Feste und Dankesrituale für die Gaben der Natur

  • Sammeln von Kräutern und Binden von Kräuterbuschen

  • Segnen der Ernte

  • Räuchern mit ausgewählten, saisonalen Räucherpflanzen


Im Rahmen dieser Bräuche verbinden die Menschen ihre Freude über die neue Ernte mit Dankbarkeit. Auf diese Weise machen sie Lughnasadh zu einem bewussten Übergang vom Sommer in die kommende Herbstzeit.

Räuchern an Lughnasadh (Lammas)
Mariengras, das nach alter Tradition zu einem Zopf gebunden wurde

Räuchern zu Lughnasadh/Lammas


Mit Ritualen wie dem Räuchern lässt sich die Zeit um Lughnasadh bewusst gestalten und der Übergang in die Erntezeit achtsam begleiten. Ausgewählte Räucherpflanzen und ihre Düfte unterstützen dabei, eine Atmosphäre der Fülle, der Dankbarkeit und des Wandels entstehen zu lassen. Im KOTTAS Kräuterhaus und in unserem Online-Shop finden Sie hochwertiges Räucherwerk sowie passendes Zubehör, von einzelnen Kräutern bis hin zu harmonisch abgestimmten Mischungen.

Wenn Sie an Lammas bzw. Lughnasadh räuchern möchten, haben wir im Folgenden eine Auswahl an Räucherpflanzen für diese besondere Zeit im Jahreskreis zusammengestellt:



Alant (Inula helenium)


Der Alant gehört zu den klassischen Räucherpflanzen mit sehr langer Tradition und ist häufig Bestandteil von Reinigungsritualen und reinigenden Mischungen, wie etwa unserer Räuchermischung Hausreinigung. Zum Räuchern verwendet werden vor allem die getrockneten Wurzeln, deren warm-süßlicher, leicht würziger Duft für eine angenehme Atmosphäre sorgt und die Stimmung hebt. Mit seinen wärmenden, kräftigenden Eigenschaften eignet sich Alant ideal für Räucherungen an Lughnasadh. Im Alpenraum ist er meist Bestandteil der Kräuterbuschen, die zur Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt (15. August) gebunden werden.



Beifuß (Artemisia vulgaris)


Beifuß gehört zu den klassischen Schutz- und Reinigungskräutern. Sein Rauch schafft eine ausgleichende Atmosphäre und erleichtert die innere Klärung und Stärkung der Intuition. Sein würzig-erdiger, leicht wacholderartiger Duft hilft, belastende Einflüsse hinter sich zu lassen. Bei den Kelten spielte Beifuß eine wichtige Rolle rund um die Sommersonnenwende (Johanni). Dem Brauch nach sprangen Frauen mit geflochtenen Beifußgürteln über die Sonnwendfeuer und verbrannten diese anschließend darin. Von diesem Ritual versprachen sie sich Glück, Fruchtbarkeit und Gesundheit.

Hinweis: Empfindliche Personengruppen wie Kranke, Schwangere und Kinder sollten Beifuß nicht verräuchern!



Johanniskraut (Hypericum perforatum)


Als Heilpflanze ist das Johanniskraut für seine stimmungsaufhellenden Eigenschaften seit langer Zeit bekannt. Auch als Räucherpflanze gilt es als beruhigend, angstlösend und stimmungsaufhellend. Sein süßlich-lieblicher Duft hilft, innere Anspannung zu lösen und in belastenden Lebensphasen eine harmonische Atmosphäre entstehen zu lassen.

Schon in vorchristlicher Zeit, besonders bei den Kelten, war Johanniskraut eng mit der Sommersonnenwende verbunden. An diesem längsten Tag des Jahres wurde es geerntet und galt somit als Sinnbild für die Kraft der Sonne, die das Gemüt erhellt. Das getrocknete, blühende Kraut ist außerdem Namensgeber und fester Bestandteil des Johannisbüschels. Es wird bei aufziehenden Gewittern verräuchert und kann bei „dicker Luft“ für Klärung sorgen.



Königskerze (Verbascum densiflorum)


Als ermutigende, schützende und reinigende Pflanze ist die Königskerze seit jeher Bestandteil des traditionellen Kräuterbuschens, der zu Mariä Himmelfahrt gebunden wird. Um die Atmosphäre in Wohnräumlichkeiten zu beruhigen, wird sie oft bei aufziehenden Gewittern verräuchert. Deshalb ist sie in manchen Regionen unter Namen wie Donner- und Blitzkerze, Himmelsbrand oder Wetterkerze bekannt. Ihre Blätter, Blüten und Samen entwickeln beim Verräuchern einen angenehmen honigartigen, süßlichen Geruch. Sie verbindet die Kraft der leuchtenden Sonne mit dem Licht, das in uns lodert, und unterstützt die Intuition.



Mariengras (Hierochloe odorata)


Das Duftende Marienkraut hat als Heil- und Räuchermittel bei den indigenen Völkern Europas und Nordamerikas eine lange Geschichte. Um böse Geister zu vertreiben, wurde es zu Zöpfen gebunden und daraufhin verbrannt. Der christlichen Tradition nach wurde das getrocknete Kraut zur Verehrung der Jungfrau Maria genutzt. Ihm werden segnende, harmonisierende und stimmungsaufhellende Eigenschaften nachgesagt. Es duftet beim Verräuchern leicht nach Heu und durch das enthaltene Cumarin zudem etwas süßlich.



Rose (Rosa)


Die lieblich-blumig duftenden Blütenblätter der Rose finden sich in zahlreichen Räuchermischungen, beispielsweise in unserer KOTTAS Kräuterhaus Liebesräuchermischung. Zu Mariä Himmelfahrt werden sie gerne in den Kräuterbuschen eingebunden, welcher dann zum Schutz vor Unwettern oder später in den Raunächten verräuchert wird. Beim Verräuchern entfalten sich ihre entspannenden sowie belebenden Eigenschaften zugleich. Sie bringen gute Laune und inneren Frieden. Ebenso wird ihnen nachgesagt, dass sie negative Energien neutralisieren und Ängste mildern können.



Wermut (Artemisia absinthium)


Seit über drei Jahrtausenden ist Wermut der Menschheit bekannt. Schon im Altertum diente er als Heilpflanze, später wurde er als wesentlicher Bestandteil von Absinth bekannt. In vielen Kulturen der Welt erfreut er sich als Räuchermittel großer Beliebtheit. Mit reichlich Bitterstoffen entwickeln die getrockneten Blüten und Blätter der Pflanze bei Räucherungen einen würzig, leicht kampferartigen Duft. Er wird im Alpenraum gerne für Schutzräucherungen verwendet, gilt als reinigend und stärkend. Zu Mariä Himmelfahrt kommt Wermut vielerorts beim Binden des althergebrachten Kräuterbuschens zum Einsatz.

Hinweis: Schwangere und empfindliche Personen sollten auf Räucherungen mit dem intensiv duftenden Wermut verzichten!



Fazit


Neben Imbolc, Samhain und Beltane bietet Lughnasadh bzw. Lammas einen passenden Zeitpunkt, sich mit der Natur zu verbinden und im Einklang mit den Rhythmen des Jahreskreises zu sein. Rituale wie das Räuchern können den Übergang vom Hochsommer in die ruhigere Jahreszeit stimmungsvoll begleiten. Mit Kräutern wie Wermut, Rosenblüten oder Beifuß lassen sich passende Räucherrituale gestalten.

Wenn Sie neu ins Räuchern einsteigen möchten und Orientierung suchen, finden Sie in unserem Blog zum Räuchern eine übersichtliche Einführung. Eine große Auswahl an Räucherprodukten, Zubehör sowie Räucherstäbchen und -kegeln erhalten Sie im KOTTAS Kräuterhaus Online-Shop oder direkt im KOTTAS Kräuterhaus in 1010 Wien.




Quellen:
Kinkele, T. (2020). Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf. Windpferd.
Kleiß, H. (2015). Räuchern zu heiligen Zeiten: Rituale im Jahreskreis. Freya.
Thöni-Kohler, M. (2022). Räuchern in den Alpen: altes Wissen und stärkende Rituale für alle Lebenslagen. Tyrolia-Verlag.

Unsere Tipps zum Räuchern an Lughnasadh (Lammas)


Räucherwerk und Zubehör für ein gelungenes Räucherritual an Lammas/Lughnasadh sowie für viele weitere Räucheranlässe finden Sie im KOTTAS Kräuterhaus in 1010 Wien oder im KOTTAS Kräuterhaus Online-Shop. Hier einige Produkt-Tipps unserer Kräuter- und Räucherexpertinnen, die Sie vor Ort auch umfassend beraten:

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