Januar 22, 2026

Räuchern an Imbolc & Lichtmess

Räuchern an Imbolc & Lichtmess

Das Fest der Lichter

Auch wenn draußen noch tiefer Winter herrscht, hat die dunkle Zeit des Jahres ihren Höhepunkt bereits überschritten. Die Tage werden wieder länger, das Licht kehrt zurück und unter der Oberfläche regt sich neues Leben.

Imbolc markiert gemeinsam mit seinem christlichen Pendant Mariä Lichtmess diesen Wendepunkt im Jahreskreis. Als leises Fest der Lichter steht es traditionell für den Neuanfang und die Rückkehr der Natur. Oft wird diese Zeit zur Reinigung und Vorbereitung genutzt. Rituale wie Räucherungen unterstützen den stillen Übergang und helfen dabei, Altes loszulassen und Neues willkommen zu heißen, die Gedanken zu klären und Raum für neue Impulse zu schaffen.

Was und wann ist Imbolc? Was hat das Fest mit der heiligen Brigid zu tun? Wie feiert man Imbolc und welche Räucherpflanzen eignen sich besonders gut für diesen Anlass? Alle Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie im folgenden Beitrag.



Was ist Imbolc?


Imbolc (auch Imbolg) ist eines der großen Mondfeste im keltischen Jahreskreis. Es wird zum zweiten Vollmond nach Yule gefeiert und markiert den Übergang vom Winter zum beginnenden Frühling. Als Fest des Lichts, der Reinigung und des Neubeginns wird Imbolc um den 2. Februar gefeiert. Sein christliches Gegenstück ist Mariä Lichtmess, das zahlreiche Licht- und Reinigungsmotive aus dem vorchristlichen keltischen Brauchtum übernommen hat.

Traditionell steht das Fest mit der keltischen Göttin Brigid in Verbindung, die mit Licht, Feuer und Fruchtbarkeit assoziiert wird und gewisse Parallelen zur germanischen Perchta aufweist. Ab dem 14. Jahrhundert taucht anstelle von Imbolc in irischen Quellen zunehmend die Bezeichnung Fél Brigde (Fest der heiligen Brigid) auf. Dies deutet darauf hin, dass der Brigidstag Imbolc im Zuge der Christianisierung verdrängt oder in sich aufgenommen hat. Seit 2023 ist der St. Brigid’s Day am 1. Februar in Irland ein offizieller Feiertag.



Bedeutung von Imbolc


Die Herkunft der Bezeichnung Imbolc ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass der Name vom altirischen Ausdruck i mbolg stammt, der „im Bauch“ bedeutet und auf die Trächtigkeit der weiblichen Schafe zu dieser Jahreszeit verweist. Andere Deutungen führen den Begriff auf das altirische Präfix imb- („verstärkend“) und folc („waschen, reinigen“) zurück und sehen darin einen Hinweis auf rituelle Reinigungspraktiken.

Im Sanas Cormaic (Glossar des Cormac) aus dem frühen 10. Jahrhundert erscheint Imbolc als Oímelc. Dabei wird es als Beginn des Frühlings beschrieben und von oí-melg („Schafsmilch“) abgeleitet. Es bezieht sich somit auf jene Zeit im Jahr, in der die Schafe Milch geben. Die Sprachwissenschaft geht jedoch davon aus, dass es sich hierbei um eine nachträgliche Umformung des Wortes handelt.



Lichtfest Imbolc – Rituale & Bräuche


Nach der düsteren Winterzeit kehrt mit Imbolc das Licht zurück. Die Rituale an diesen Tagen spiegeln den bewussten Übergang wider: von der winterlichen Ruhe hin zu Aktivität, Erneuerung und Hoffnung.
Zu den wichtigsten Bräuchen rund um Imbolc gehören Reinigungsrituale im häuslichen und spirituellen Bereich. Die Menschen säubern Haus, Hof und Stallungen, um Altes und Belastendes hinter sich zu lassen. Hinzu kommen vorbereitende Rituale für das neue Bauernjahr, das mit dem 2. Februar beginnt. Saatgut, Vieh und Werkzeuge werden symbolisch gesegnet, um günstige Bedingungen für ein ertragreiches Jahr zu schaffen.

An Mariä Lichtmess werden in vielen Haushalten die Christbäume und Krippen wieder entfernt. In römisch-katholischen Gemeinden finden Kerzenweihen und anschließende Prozessionen mit brennenden Kerzen statt, bei denen die Menschen das Licht symbolisch in die Gemeinschaft tragen.

Eine besondere Rolle spielen die traditionellen Räucherrituale. Das Räuchern unterstützt die Abwehr negativer Einflüsse und bereitet zugleich auf den Neubeginn und die Rückkehr von Licht, Leben und Energie vor.

Räuchern an Imbolc & Lichtmess

Räuchern zu Imbolc & Lichtmess


Für Räucherungen an Imbolc oder Mariä Lichtmess eignen sich Räucherpflanzen mit reinigenden, klärenden und belebenden Eigenschaften am besten. Hier einige Empfehlungen:



Alant


Als Zutat von reinigenden Mischungen wie unserer Räuchermischung Hausreinigung hat Alant (Inula helenium) eine lange Tradition. Die getrockneten Wurzeln der Pflanze werden verräuchert, um Wärme und Licht ins Haus zu holen. Der warm und süßlich-würzig duftende Alant sorgt für gute Stimmung und wirkt wohltuend gegen den Winterblues. Ebenso kommt er zur Sommer- und Wintersonnenwende sowie an Mariä Himmelfahrt zur Anwendung.



Copal


Der Begriff Copal umfasst die aromatischen Harze verschiedener Laub- und Nadelbäume, die vorrangig in Mittel- und Südamerika sowie in Teilen Asiens beheimatet sind. Im Volksglauben der Azteken galt Copal als heilig und sollte vor dem Bösen schützen. Am bekanntesten sind der weiße Copal (Copal Blanco) sowie der goldene Copal (Copal Oro). Diese Harze eignen sich unter anderem hervorragend für Hausräucherungen. Der leicht weihrauchartig duftende weiße Copal gilt als reinigend und schützend. Dem warmen goldenen Copal werden herzöffnende Eigenschaften nachgesagt.



Dammar


Der Name „Dammar“ kommt aus dem Malaiischen und wird üblicherweise mit „Licht“ übersetzt. Das Räucherharz wird aus verschiedenen Laubbäumen Südostasiens gewonnen und erzeugt beim Verräuchern eine helle, klare und positiv stimmende Atmosphäre. Sein feiner, leicht ätherischer und zitronenartiger Duft beruhigt das Gemüt und verleiht neue Energie.



Fichte


Vor allem das harte Harz der Fichte (Picea abies) wird an Imbolc verräuchert. In der Alpenregion diente Fichtenharz, teils mit Kiefernharz vermischt, früher als Ersatz für Weihrauch und erhielt deshalb den Beinamen „Waldweihrauch“. Beim Räuchern verströmt es einen warmen, balsamischen und würzigen Duft. Dem aufsteigenden Rauch wird nachgesagt, tief sitzende, alte Schmerzen an die Oberfläche zu bringen. Er soll reinigende und beruhigende Eigenschaften besitzen und die innere Klarheit fördern.



Salbei


Schon zu keltischer Zeit war Salbei für seine große Kraft bekannt. Heute wird das getrocknete Kraut der Pflanze gerne für Hausräucherungen verwendet. Der krautig-aromatisch, würzig und leicht harzig duftende Rauch gilt als klärend und reinigend. Salbei ist ferner dafür bekannt, dass er unangenehme Küchengerüche vertreibt und – beispielsweise in Krankenzimmern – für neue Frische sorgt.



Thymian


Seit der Antike dienen verschiedene Thymian-Arten als beliebtes Räucherwerk. Im Alpenraum verbreitet ist der Breitblättrige Thymian (Thymus pulegioides), der wie der Echte Thymian (Thymus vulgaris) oftmals für Räucherungen genutzt wird. Zum Einsatz kommt das getrocknete Kraut, das beim Verräuchern einen warmen, krautig-würzigen Duft entfaltet. Thymian wird eine starke Reinigungsfunktion zugeschrieben. Daher ist er neben Salbei und Fichtenharz in unserer Reinigenden Räuchermischung enthalten, die sich ideal für die Hausreinigung sowie für Neuanfänge eignet.



Weihrauch


Das feste Harz verschiedener Boswellia-Arten ist bekannt für seinen typisch balsamischen und zugleich frischen Duft. Als traditionelles Räucherwerk wird Weihrauch wegen seiner reinigenden und segnenden Wirkung geschätzt und bietet sich folglich für Anlässen wie Imbolc, Yule oder Ostara an. Er ist außerdem Bestandteil vieler wohlduftender Räuchermischungen, beispielsweise ist er in unserer Räuchermischung Glücksgefühle enthalten.



Weißer Salbei


Zum Räuchern nutzt man üblicherweise das getrocknete Kraut des Weißen Salbei (Salvia apiana), das meist in Bündeln, sogenannten Smudgesticks, erhältlich ist. Besonders verbreitet ist seine Verwendung bei Reinigungszeremonien, bei Umzügen sowie im Rahmen des energetischen Frühjahrsputzes. Der würzig-aromatische und zugleich frische Duft gilt als reinigend, schützend und klärend. Ihm wird nachgesagt, negative Energien zu vertreiben, die Willenskraft zu stärken und ausgleichend zu wirken. In der Tradition der nordamerikanischen Ureinwohner werden dem Weißen Salbei zudem frieden- und heilsbringende Eigenschaften zugeschrieben.



Fazit


Nach den kühlen und dunklen Wintermonaten bietet Imbolc bzw. Lichtmess einen idealen Anlass, um neuen Mut zu fassen und das zurückkehrende Licht sowie den nahenden Frühling bewusst zu begrüßen. Räucherrituale können diese Zeit unterstützend begleiten, Kraft schenken, reinigen und das Vertrauen in neue Anfänge stärken.

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Quellen
Bader, M. (2023). Räuchern mit heimischen Kräutern: Anwendung, Wirkung und Rituale im Jahreskreis. Goldmann Verlag.
Bernhardt-House, P. A. (2002). Imbolc: A new interpretation. Cosmos, 18, 57–76.
Mikhailova, T. (2013). February 1st in Ireland (Imbolc and/or Lá Fhéile Bride): From Christian saint to pagan goddess. Balkan and Baltic Yearbook of Ethnology and Folklore, 3, 85–98.
Pitz, S. (2015). Heimische Räucherpflanzen: Räucherduft und Ritual im Jahreslauf. AT-Verlag.
Schneider, T. J. (2014). Die Hexe im Zauberspiegel fränkischer Kulturgeschichte. In S. Nomayo (Hrsg.): Die Hexe im Zauberspiegel fränkischer Kulturgeschichte (Schriftenreihe des Städtischen Museums Kitzingen, Band 8), S. 122–131. Sauerbrey, Kitzingen.
Thöni-Kohler, M. (2022). Räuchern in den Alpen: altes Wissen und stärkende Rituale für alle Lebenslagen. Tyrolia-Verlag.
Torma, T. (2002). Imbolc, Candlemas, and The Feast of St Brigit. Cosmos: The Journal of the Traditional Cosmology Society, 18, 77–85.

Räuchern zu Lichtmess & Imbolc – Tipps aus dem KOTTAS Kräuterhaus


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