August 22, 2025

7 „Fake News“ über Tee

7 „Fake News“ über Tee

Tee-Mythen auf dem Prüfstand

Tee ist – im wahrsten Sinne des Wortes – in aller Munde. Kein Wunder also, dass sich rund um das aromatische Aufgussgetränk zahllose Geschichten, Halbwahrheiten und Mythen ranken. Doch was ist wirklich dran an diesen Behauptungen? Wir klären auf – hier sind 7 weit verbreitete „Fake News“ über Tee.



Mythos Nr. 1: Die verschiedenen Arten von Tee stammen von unterschiedlichen Pflanzen.


Viele Menschen glauben, dass verschiedene Teearten von unterschiedlichen Pflanzen gewonnen werden. Komplett falsch ist diese Annahme nicht – zumindest dann, wenn man unter „Tee“ alle Arten von Aufgussgetränken versteht. Aber genau hier beginnt die große Verwirrung. Um den Mythos besser einordnen zu können, lohnt sich ein genauer Blick auf das Thema:

Als sogenannte „echte“ Tees gelten in der Fachwelt nämlich lediglich jene Aufgussgetränke, die aus den Blättern des Teestrauchs Camellia sinensis hergestellt werden. Dazu gehören Schwarzer Tee, Grüner Tee, Weißer Tee, Oolong-Tee und Pu-Erh-Tee. Die Unterschiede im Hinblick auf Aroma und Farbe sind bei den „echten“ Teearten maßgeblich auf das Herstellungsverfahren – insbesondere auf den Grad der Oxidation – zurückzuführen.

(Mit spannenden Fakten über „echten“ Tee sowie mit dem Teestrauch haben wir uns ebenfalls bereits beschäftigt.)

Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Getränken, die nicht von der Camellia sinensis stammen und alltagssprachlich trotzdem als Tee bezeichnet werden. Dazu zählen beispielsweise alle Kräutertees, Früchtetees, Mate-Tee, Honigbusch-Tee oder Rooibos-Tee. Diese können aus diversen Bestandteilen (z. B. Blättern, Blüten, Wurzeln, Früchten) unterschiedlicher Pflanzen bestehen. Obwohl sie genauso „echt“ – im Sinne von natürlich – sind wie „echter“ Tee, werden sie fachlich korrekt als teeähnliche Aufgussgetränke bezeichnet.

Fazit: Die Behauptung ist nur dann korrekt, wenn man den Begriff „Tee“ im alltagssprachlichen Sinne versteht. Im engeren, fachlichen Kontext handelt es sich um „Fake News“.

Mythos Nr. 2: Nur Schwarztee enthält Koffein.


Rund um das Thema Koffein – in diesem Zusammenhang auch als Teein oder Thein bezeichnet – kursieren etliche Tee-Mythen. Fakt ist: Die Blätter der Camellia sinensis enthalten von Natur aus Koffein. Deshalb ist in allen „echten“ Teesorten Koffein enthalten, nicht nur in Schwarztees.

Der Koffeingehalt kann je nach Teesorte, Anbaugebiet und Verarbeitung variieren. Die weit verbreitete Annahme, dass Schwarztee am meisten Koffein aufweist, ist nicht haltbar. So zeichnet sich der derzeit sehr populäre Matcha – ein pulverisierter Grüntee aus Japan – beispielsweise durch seinen hohen Koffeingehalt aus.

Wer kein Koffein zu sich nehmen möchte oder darf, muss nicht gänzlich auf „echten“ Tee verzichten. Für diese Fälle gibt es entkoffeinierte Tees. Auch unser DR. KOTTAS Heidelbeertee enthält entkoffeinierten Schwarztee – darum ist er für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen gut geeignet. Bei entkoffeinierten Tees wird das Koffein durch ein schonendes Verfahren entzogen.

Grüntee kann auch noch ein zweites oder drittes Mal aufgegossen werden. Dabei reduziert sich der Koffeingehalt und der Tee wird bekömmlicher.

Mythos Nr. 3: Je länger Tee zieht, desto beruhigender wirkt er.


Ein weiterer Mythos zum Thema Koffein – insbesondere in Bezug auf Schwarzen und Grünen Tee hält sich dieser Irrtum hartnäckig!

Wie zuvor erwähnt, enthalten alle „echten“ Tees Koffein. Dieses löst sich bereits bei einer kurzen Ziehzeit von 2 bis 3 Minuten, die für viele Sorten empfohlen wird. Bei längeren Ziehzeiten ab etwa 5 Minuten lösen sich zusätzlich Gerbstoffe (Tannine), die das Koffein binden und dessen Wirkung wieder verringern können. Der Tee wirkt dadurch zwar weniger anregend als bei kurzen Ziehzeiten, jedoch nicht beruhigend.

Gerbstoffe sind außerdem für den bitteren Geschmack des Tees verantwortlich – und sie wirken adstringierend und antidiarrhoisch. Zur Unterstützung bei Durchfallerkrankungen wird Schwarzer oder Grüner Tee mit einer Ziehzeit von rund 10 Minuten empfohlen. Länger als 10 Minuten sollten Tees und teeähnliche Aufgussgetränke mit Gerbstoffen nicht ziehen, da diese Übelkeit auslösen können.

Wer nach einem beruhigenden Aufgussgetränk sucht, greift lieber zu Kräutertees. Bei diesen Tees lösen sich die wertvollen Wirkstoffe erst nach einiger Zeit, folglich werden längere Ziehzeiten um die 10 Minuten empfohlen. Wichtig: Kräutertees mit ätherischen Ölen unbedingt zugedeckt ziehen lassen, damit die flüchtigen Wirkstoffe nicht verloren gehen.

7 „Fake News“ über Tee

Mythos Nr. 4: Wenn der Tee auf der Oberfläche einen öligen Film bildet, liegt das an der schlechten Qualität.


Wer kennt das nicht? Man will es sich mit frisch aufgebrühtem Tee gemütlich machen, doch ein öliger Film auf der Teeoberfläche trübt die Tasse und zugleich die Freude. Schnell kommt ein Verdacht auf: Ist der Tee verdorben oder von minderwertiger Qualität?

Die gute Nachricht: Für gewöhnlich steckt hinter diesem Phänomen eine harmlose – meist sogar überraschend positive – Erklärung.

Zum einen bilden sich derartige Ölfilme vor allem bei Kräutertees, die reich an ätherischen Ölen sind. Diese sekundären Pflanzenstoffe sorgen für den aromatischen Geschmack und sind oft für die gesundheitsfördernde Wirkung des Tees verantwortlich. Entsteht beim Aufgießen dieser Kräutertees ein öliger Film, kann das ein Hinweis auf die hohe Qualität und Frische des Produkts sein.

Zum anderen spielt die Wasserhärte beim Zubereiten von Tee eine entscheidende Rolle. Hartes Wasser mit einem hohen Anteil an Magnesium- und Calciumsalzen kann mit Gerbstoffen und anderen Inhaltsstoffen reagieren. Infolgedessen bildet sich etwa bei Schwarztee ebenfalls ein schimmernder Film, der allerdings völlig unbedenklich ist.

Da hartes Wasser den Geschmack negativ beeinflussen kann, empfiehlt es sich, bei der Zubereitung von Tee im Idealfall möglichst weiches Wasser zu nutzen. Teegeschirr und Wasserkocher sollten regelmäßig entkalkt werden.

Mythos Nr. 5: Loser Tee ist hochwertiger als Tee im Filterbeutel.


Viele Teefans schwören auf losen Tee und betrachten ihn automatisch als hochwertiger als Tee im Filterbeutel. Das mag in manchen Fällen zutreffend sein, denn viele industriell gefertigte Filterbeuteltees bestehen aus Absiebfraktionen – feinen Blattfragmenten („Fannings“) oder Staub („Dust“), die bei der Herstellung von Tee entstehen. Der Anteil an hochwertigen Blättern ist bei diesen Tees üblicherweise gering.

Wenngleich die Behauptung also auf viele günstig erhältliche Produkte zutrifft, gilt sie keineswegs für alle Tees im Filterbeutel. Ob es sich um lose Kräuter oder um Filterbeuteltees handelt – bei KOTTAS verwenden wir unabhängig von der Form dieselben hohen Qualitäten. Der Unterschied besteht darin, dass die Kräuter für die Verwendung im Teebeutel etwas feiner geschnitten werden. Dieser Umstand wirkt sich – entgegen einem weiteren verbreiteten Mythos – keineswegs negativ auf die Inhaltsstoffe aus: Entscheidend ist, dass die Filterbeutel in einem hochwertigen Aromaschutzbeutel versiegelt sind. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten und der Vorteil der kleineren Schnittgröße, nämlich die bessere Extrahierbarkeit mit Wasser, kann voll zur Geltung kommen!

Mythos Nr. 6: Filterbeuteltees weisen Mikroplastik auf.


Ein weiterer Mythos rund um den Teebeutel sorgte in den letzten Jahren für große Verunsicherung: Immer wieder vor Plastik in Filterbeuteln gewarnt.

Ganz unbegründet ist diese Sorge nicht: Einige handelsübliche Teebeutel weisen in der Tat Mikro- oder Nanoplastikpartikel auf. Davon betroffen sind insbesondere die sogenannten Pyramidenteebeutel, die aus Kunststoff oder Nylon bestehen. Beim Aufgießen mit heißem Wasser können sich daraus winzige Plastikpartikel lösen.

Wie beim vorherigen Punkt sind hier keine Pauschalaussagen möglich, denn viele Hersteller nutzen plastikfreie Alternativen. Für unsere DR. KOTTAS Filterbeuteltees verwenden wir ausschließlich kompostierbare Teebeutel aus der Naturfaser Bananenhanf (Abacá). Dieses Material ist biologisch abbaubar und gänzlich frei von Kunststoffen – so können Sie Ihren Tee unbesorgt genießen.

7 „Fake News“ über Tee
Für die DR. KOTTAS Tees verwenden wir kompostierbare Filterteebeutel aus der Naturfaser Bananenhanf, die frei von Kunststoffen sind.

Mythos Nr. 7: Im Sommer trinkt man Tee am besten eiskalt.


Wenn an heißen Tagen die Sonne vom Himmel lacht, sehnen sich viele Menschen nach einer kühlen Erfrischung und greifen geradezu instinktiv nach eisgekühlten Getränken wie Eistee. Doch ist das die beste Wahl?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Schwarzen Tee, Früchtetee oder Kräutertee kalt einzunehmen. Wer gerne kalten Tee genießt, kann diesen natürlich trinken. Aus gesundheitlicher Sicht zählt in erster Linie die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die gerade bei hohen Temperaturen besonders wichtig ist.

Dennoch: So erfrischend eiskalter Tee im ersten Moment wirken mag – physiologisch betrachtet ist der Genuss von warmen oder lauwarmen Getränken bei sommerlichen Temperaturen sinnvoller. Kalte Getränke kühlen nur kurzfristig – der Körper muss Energie aufwenden, um die kühle Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu bringen. Warmer Tee hingegen unterstützt die körpereigene Temperaturregulation. Nicht zufällig wird in heißen Wüstenregionen traditionell lauwarmer bzw. heißer Kräutertee oder Schwarztee getrunken.

Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte eiskalte Getränke gerade bei Hitze ebenfalls mit Vorsicht genießen. Manchmal können diese reizend wirken.

* Dieses Arzneimittel ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel, das ausschließlich auf Grund langjähriger Verwendung für die genannten Anwendungsgebiete registriert ist. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.



Quellen:
Bäumler, S. (2012). Heilpflanzen Praxis heute. Arzneipflanzenporträts. Urban & Fischer.
Blaschek, W. (Hrsg.) (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis, 6. Auflage, Stuttgart.
Miedaner, T. (2018). Tee – das Getränk der Kaiser. In: Genusspflanzen. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-56602-2_10

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