Mai 19, 2026

Von der Idee zur fertigen Mischung – So entstehen neue Tees

Von der Idee zur fertigen Mischung – So entstehen neue Tees

Ein Interview mit den Expertinnen aus dem Kräuterhaus

Eine Teemischung wirkt oft wie aus einem Guss: stimmig, harmonisch und ausgewogen. Dahinter verbirgt sich jedoch meist ein vielschichtiger Prozess aus Inspiration, Ausprobieren und sorgfältiger Feinarbeit. Zum Tag des Tees erzählen unsere Tee- und Kräuterexpertinnen im KOTTAS Kräuterhaus, wie aus einer Idee ein fertiger Tee wird. Im Interview berichten sie unter anderem, wie neue Kreationen entstehen, welche Rolle Erfahrung und Intuition spielen und welche Kräuter sie persönlich für eigene Mischungen empfehlen würden.



Das Sortiment im KOTTAS Kräuterhaus ist riesig, immer wieder kommen neue Teemischungen und andere Kräuterprodukte dazu. Wie findet ihr immer wieder Ideen für neue Kreationen?


Frau Ilse: Es gibt immer irgendeinen Anstoß von außen. Man sieht etwas, nimmt etwas wahr oder hört etwas. Und dann kommt der Gedanke, man sollte daraus etwas entwickeln. Da wir ein City-Geschäft sind, spielt unser Umfeld natürlich auch eine große Rolle.

Frau Hanna: Wir versuchen, Teemischungen zu entwickeln, die unsere Kunden ansprechen. Oft entstehen daher Produkte mit Wien-Bezug wie unser Wiener-Wald-Tee oder „Greetings from Vienna“.

Frau Clara: Es gibt auch viel Input von unseren Kunden. Wenn jemand etwas Bestimmtes sucht, versuchen wir, das auch anbieten zu können.



Wie stark beeinflusst dieses Feedback eure Arbeit?


Frau Hanna: Sehr stark. Wenn etwas keinen Anklang findet, wird es wieder aus dem Sortiment genommen. Wir haben nur begrenzt Platz. Deshalb werden Produkte mit geringer Nachfrage entweder angepasst oder gestrichen.



Welche Rolle spielen dabei aktuelle Trends?


Frau Ilse: Trends sind immer da, zum Beispiel aktuell Matcha mit Aroma. Aber wir versuchen, unseren Weg beizubehalten und wenig zu aromatisieren. Unsere Tees sollen ihren natürlichen Charakter behalten. Wir stehen für Natur und weniger für synthetische Produkte. Gleichzeitig bringt unser Team automatisch Vielfalt hinein. Bei 12 verschiedenen Köpfen gibt es 12 verschiedene Geschmäcker und Herangehensweisen. Wir wollen das Sortiment immer spannend halten. Es soll nicht nur über die Jahreszeiten hinweg Veränderungen geben, sondern generell abwechslungsreich sein, damit immer etwas Neues dabei ist, das unterschiedliche Menschen anspricht.



Gibt es im Jahr besonders intensive Phasen für neue Entwicklungen?


Alle: Weihnachten!

Frau Ilse: Wir beginnen damit schon im Jänner. Die erste Jahreshälfte ist unsere wichtigste Entwicklungsphase. Ab September wird es schwierig, weil das Tagesgeschäft dominiert.

Frau Larissa: Aber wir brainstormen auch das ganze Jahr über.

Tee in Schbulade

Wie lange dauert die Entwicklung eines neuen Tees üblicherweise?


Frau Hanna: Das ist unterschiedlich. Manchmal gibt es echte Glücksgriffe, wo man relativ schnell eine stimmige Mischung hat und nicht mehr viel verändern muss. In anderen Fällen wird länger daran gearbeitet, ausprobiert und angepasst.

Frau Ilse: Die Entwicklung neuer Produkte läuft bei uns nebenbei, das ist nicht unsere Haupttätigkeit. Im Durchschnitt würde ich sagen, dass es etwa zwei Monate dauert, bis eine Mischung fertig ist. Aber es gibt eben auch Entwicklungen, die deutlich schneller gehen oder sich über einen längeren Zeitraum ziehen.



Was gehört zu diesem Entwicklungsprozess eigentlich alles dazu?


Frau Ilse: Sehr viel. Man muss klären, ob man die Rohstoffe überhaupt bekommt und ob sie langfristig verfügbar sind – und zwar in der erforderlichen Menge und Qualität. Wir arbeiten mit Kräutern in geprüfter Qualität und Arzneibuchqualität. Bei Grün- und Schwarztee ist uns wichtig, Rohstoffe in Bio-Qualität zu bekommen. Ich schaue mir auch die Tassenfarbe an und ob sich ätherische Öle oben absetzen. Die Stabilität ist ebenso wichtig, wie sich der Geschmack entwickelt. Beim Lerntee haben wir zum Beispiel gerade mit Kakaoschale gearbeitet und überprüft, wie sich das verhält. Und ein sehr großes Thema ist auch die Namensfindung.

Frau Hanna: Die Optik ist sehr wichtig. Man muss dafür sorgen, dass die einzelnen Zutaten nicht auseinanderrieseln, also unten die schweren Teile und oben nur noch die leichten liegen. Was man im Sichtfenster bei den Packungen sieht, muss stimmig sein. Es braucht eine Art Bindeglied, das die Mischung optisch zusammenhält. Was beim Mischen schön aussieht, muss in der Packung nicht immer gut halten.



Welche Rolle spielt die Optik generell bei euren Tees?


Frau Hanna: Eine sehr große. Ein gutes Beispiel ist unsere Weiße Harmonie. Geschmacklich war die Mischung eigentlich schon fertig, aber optisch hat noch was gefehlt. Erst mit den blauen Kornblüten hat sie richtig funktioniert, sie geben der Mischung das gewisse Etwas. Blau ist auch in der Natur eine sehr seltene Farbe, das fällt sofort auf und sagt: „Hier bin ich! Schau mich an, komm zu mir! Ich bin schön und ich schmecke auch gut.“

Innenansicht KOTTAS Kräuterhaus

Wer testet die Mischungen?


Alle: Jede neue Mischung wird immer vom gesamten Team, also von uns allen, probiert. Jede Meinung zählt, weil auch unsere Kunden unterschiedlich sind und verschiedene Geschmäcker haben.



Arbeitet ihr eher intuitiv oder strukturiert?


Frau Ilse: Es ist eigentlich eine Mischung aus beidem. Natürlich spielt Erfahrung eine große Rolle. Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, was gut zusammenpasst. Trotzdem wird man aber immer wieder mal überrascht. Dinge, bei denen man im ersten Moment denkt, dass sie gar nicht harmonieren können, funktionieren am Ende plötzlich sehr gut. Gerade solche eher ungewöhnlichen Kombinationen können spannend sein.



Was fasziniert euch besonders an der Entwicklung?


Frau Larissa: Vor allem die Vielfalt. Es gibt so viele unterschiedliche Pflanzen, Wirkungen und Kombinationen, dass man eigentlich nie an einen Punkt kommt, an dem man ausgelernt hat. Man entdeckt immer wieder etwas Neues oder versteht Zusammenhänge besser.

Frau Clara: Und man hat dabei auch sehr viele Möglichkeiten. Es gibt unzählige Wege, Mischungen zu gestalten, anzupassen oder weiterzuentwickeln. Man ist nie auf eine Richtung festgelegt, sondern kann immer wieder neue Ideen ausprobieren.



Im KOTTAS Kräuterhaus und im Online-Shop kann man sich Mischungen nach eigenen Wünschen oder Rezepten mischen lassen. Habt ihr Tipps für alle, die selbst Teemischungen entwickeln wollen?


Frau Hanna: Das ist gar nicht so einfach, weil Geschmäcker sehr verschieden sind. Es gibt nicht die eine Mischung, die für alle passt.

Frau Clara: Melisse ist oft eine gute Grundlage. Sie wirkt ausgleichend und sorgt dafür, dass eine Mischung nicht zu intensiv wird. Außerdem hat sie eine leichte, zitronige Note, die viele als angenehm empfinden.



Sie möchten Ihre eigene Mischung bestellen? Geben Sie Ihre individuelle Kräuterbestellung einfach bequem online auf.



Welche Botschaft möchtet ihr euren Kunden und allen Interessierten noch zum Tag des Tees mitgeben?


Alle: Trinkt mehr Tee! (lachen)

Frau Larissa: Und tut bewusst etwas für die eigene Gesundheit.



Vielen Dank für das Gespräch, liebes Kräuterhaus-Team!

Entdecken Sie die köstlichen Teekreationen unserer Kräuterexpertinnen!


Unser erfahrenes Team entwickelt fleißig neue Mischungen. Besuchen Sie uns im KOTTAS Kräuterhaus auf der Freyung in 1010 Wien und entdecken Sie unsere Produktvielfalt! Eine spannende Auswahl an Produkten aus unserer kleinen Wiener Manufaktur finden Sie auch in unserem KOTTAS Kräuterhaus Online-Shop. Schauen Sie regelmäßig vorbei – es gibt immer wieder Neues zu entdecken!

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