Juni 29, 2026

Natürliche Hilfe gegen Schwitzen & Hitze

Natürliche Hilfe gegen Schwitzen & Hitze

Natürlich cool bleiben

Schwitzen ist gut und wichtig. Doch gerade in den heißen Sommermonaten kann es manchmal unangenehm werden. Zum Glück gibt es einige Möglichkeiten, damit umzugehen und sich auf die heißen Temperaturen einzustellen. Auch die Natur hält einige Tricks gegen übermäßiges Schwitzen bereit. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Blog.


Warum schwitzen wir?


Schwitzen ist ein natürlicher und lebensnotwendiger Mechanismus, der in erster Linie der Wärmeregulation dient. Ob bei sommerlichen Temperaturen, körperlicher Anstrengung oder psychischer Anspannung – es schützt den menschlichen Körper zuverlässig vor Überhitzung. Auf diese Weise geben wir überschüssige Körperwärme nach außen ab, sodass unsere Körperkerntemperatur konstant bleibt.

Alle Menschen schwitzen – Erwachsene produzieren nicht selten mehrere Liter Schweiß pro Tag. Es besteht also kein Grund, sich für das Schwitzen zu schämen. Übrigens: Im Laufe der Evolution brachte uns Menschen die Fähigkeit zur Schweißproduktion gegenüber anderen Säugetieren einen erheblichen Vorteil. So war der Homo erectus dank der Thermoregulation durch Schweiß zu langen Ausdauerjagden fähig. Wildtiere ohne Schweißdrüsen erschöpften wiederum schnell und waren somit leichte Beute.

Wer denkt, dass Schwitzen hauptsächlich der Entgiftung dient, erliegt einem weit verbreiteten Irrglauben. Egal, wie viel wir schwitzen: Schadstoffe lassen sich nicht einfach ausschwitzen. Für das Ausleiten von schädlichen Stoffen und Stoffwechselabfallprodukten sind Nieren und Leber zuständig. Dennoch kann intensives Schwitzen im Zuge von Saunagängen gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Diese sind unter anderem auf die verbesserte Hautdurchblutung zurückzuführen.


Allgemeine Tipps gegen das Schwitzen


Wie bereits erwähnt: Schwitzen ist per se nichts Ungewöhnliches oder Besorgniserregendes. Kommt es jedoch über einen längeren Zeitraum zu einer starken Schweißbildung, kann dies durchaus ernsthafte physiologische Ursachen haben. Krankhaftes übermäßiges Schwitzen wird als Hyperhidrose bezeichnet und erfordert fachärztliche Behandlung.

Die wichtigste Maßnahme bei Hitze und starkem Schwitzen ist ausreichendes Trinken. Wer intensiv schwitzt, verliert viele Mineralstoffe und sollte den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Jeder Erwachsene sollte täglich mindestens zwischen 1,5 und 2 Liter trinken. Bei körperlicher Ertüchtigung und heißen Außentemperaturen fällt der Flüssigkeitsbedarf deutlich höher aus. Idealerweise nehmen Sie an warmen Tagen Wasser sowie lauwarme, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees zu sich. Auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarz- oder Grüntee sollten Sie hingegen lieber verzichten. Diese belasten den Kreislauf zusätzlich und verstärken das Schwitzen. Dasselbe gilt für alkoholische Getränke.

Wenn die Sommerhitze Ihnen zusetzt, sollten Sie außerdem auf Ihre Ernährung achten. Schweißtreibende Speisen mit scharfen Gewürzen sollten Sie an diesen Tagen besser meiden. So ruft beispielsweise das in Chilischoten enthaltene Capsaicin mitunter regelrechte Schweißausbrüche hervor. Für Erfrischung sorgen Obst- und Gemüsesorten mit hohem Flüssigkeitsgehalt, wie zum Beispiel Wassermelonen, Ananas, Zitrusfrüchte oder Gurken. Lebensmittel mit viel Zink wie Nüsse, Milch- oder Getreideprodukte sind ebenfalls empfehlenswert.

Natürliche Hilfe gegen Schwitzen & Hitze
Wer viel schwitzt, sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, beispielsweise in Form von Früchten oder lauwarmen Tees.

Weitere Tipps für den Umgang mit der Hitze und dem Schwitzen:


  • Schützen Sie sich vor der Hitze, indem Sie kühle, schattige und gegebenenfalls klimatisierte Orte aufsuchen. Verdunkeln Sie tagsüber die Wohn- und Arbeitsräume und lüften Sie frühmorgens oder nachts.

  • Zimmerpflanzen wie Kolbenfaden, Bogenhanf, Gummibaum, Geigenfeige oder Fensterblatt fungieren als natürliche Klimaanlage. Sie filtern Schadstoffe aus der Raumluft, produzieren Sauerstoff und erhöhen die Luftfeuchtigkeit.

  • Achten Sie bei der Wahl Ihrer Kleidung darauf, dass diese nicht zu eng am Körper anliegt. Chemische Textilfasern sind für Menschen, die zu einer starken Schweißbildung neigen, nicht zu empfehlen. Atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide ermöglichen eine effektive Feuchtigkeitsregulierung.

  • Gönnen Sie sich zwischendurch kleine Frischekicks, indem Sie Gesicht und Nacken befeuchten. Halten Sie Ihre Hände und Handgelenke oder Füße immer wieder unter fließendes Wasser.


Kräuter gegen das Schwitzen


Glücklicherweise ist gegen das Schwitzen mehr als nur ein Kraut gewachsen. Unter anderem haben sich einige der an ätherischen Ölen reichen Lippenblütler als effektive Hausmittel bei unangenehmer Schweißbildung erwiesen. Mit natürlichen Antischweißmitteln lassen sich stressbedingte oder hormonell bedingte Schweißausbrüche sowie die sommerliche Hitze leichter ertragen. Zu den wichtigsten schweißhemmenden Kräutern zählen die folgenden Pflanzen:


Salbei


Mit seinen unzähligen positiven Eigenschaften gilt der Salbei als echter Allrounder unter den Heilkräutern. Seit dem Altertum wird das vielseitige Lippenblütlergewächs für seine antioxidative und antibakterielle Wirkung geschätzt. Obendrein hat es sich als pflanzlicher Schweißhemmer als überaus effektiv erwiesen. Der Grund: Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend) sowie geruchshemmend. Salbei trägt zu einer Verengung der Schweißdrüsen und zu einer verminderten Schweißbildung bei. Zur Linderung von (nächtlichen) Schweißausbrüchen während der Menopause hat sich die deutsche Arzneipflanze des Jahres 2023 bewährt.

Zusatz-Tipp: Äußerlich angewendet erzielt Salbei ebenfalls beeindruckende Resultate. Bei „Schweißfüßen“ schaffen beispielsweise Fußbäder Abhilfe.

So geht’s:

  • 30 Gramm getrocknete Salbeiblätter mit einem Liter heißem Wasser aufgießen.

  • Nach Bedarf und Verfügbarkeit ein paar Tropfen Essig, Pfefferminz- oder Lavendelöl hinzufügen.

  • Abkühlen lassen, bis die Temperatur des Wassers als angenehm empfunden wird.

  • Mindestens 15 Minuten lang die Füße im Aufguss baden.

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Der Echte Salbei wirkt geruchshemmend und sorgt für eine verminderte Schweißbildung.

Pfefferminze


Minzen sorgen bei körperlicher Anstrengung und hohen Temperaturen für Abkühlung. Im Maghreb (Nordafrika) trinken die Menschen traditionell den warmen Aufguss der Nanaminze, um sich bei heißen Außentemperaturen zu erfrischen. Die etwas schärfere Pfefferminze punktet mit vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften und wirkt – von innen und außen – kühlend.

Verantwortlich dafür ist das kostbare ätherische Öl, das in den Blättern sitzt, und als Komponente darin allen voran das Menthol. Dieses stimuliert die Kälterezeptoren und ruft in Nase, Mund- und Rachenraum ein angenehmes Frischegefühl hervor. Darum ist die Pfefferminze häufig in Zahnpasten, Kaugummis und Mundspülungen enthalten. Mit ihrem frischen Aroma verfeinert die geschmacksintensive Minze-Art zudem sommerliche Desserts und Cocktails.

Die sportmedizinische Forschung beschäftigte sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den kühlenden Effekten der Pfefferminze. Verschiedene Untersuchungen kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: So wirkt sich die Einnahme mentholhaltiger Getränke in heißer Umgebung offenbar positiv auf die Leistung von Sportler*innen aus. Das Menthol beeinflusst die menschliche Wahrnehmung von Hitze und zögert das Erreichen der Erschöpfungsgrenze hinaus.

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Durch das enthaltene Menthol erfrischt Pfefferminztee auch warm getrunken.

Melisse


Ein weiteres Lippenblütlergewächs, das sich für heiße Tage und bei übermäßigem Schwitzen anbietet, ist die Melisse. Aufgrund ihres intensiven Zitronendufts ist die beliebte Heilpflanze ebenso als Zitronenmelisse bekannt. Ihr Aroma erinnert ein wenig an jenes der Pfefferminze. Jedoch enthält ihr ätherisches Öl kein kühlendes Menthol, sondern Citral und Citronellal als Hauptkomponenten. Aus diesem Grund weist die Melisse eine erfrischende Zitrusnote auf.

Daneben bringt dieses ausdauernde Gewächs weitere Vorteile mit sich, die Sie sich gerade in der heißen Zeit des Jahres zunutze machen können. Dank der enthaltenen Rosmarinsäure und anderer Inhaltsstoffe wirkt die Zitronenmelisse leicht sedierend, angstlösend und beruhigend. Sie stimuliert den sogenannten GABA-Stoffwechsel im Gehirn und hilft so dabei, Ängste und innere Unruhe abzubauen. In schlaflosen Sommernächten sorgt sie somit für Abkühlung sowie Entspannung und ist deshalb oftmals das Mittel der Wahl.

Natürliche Hilfe gegen Schwitzen & Hitze
Mit ihrer angstlösenden, leicht sedierenden Wirkung erleichtert die Zitronenmelisse in heißen Sommernächten das Einschlafen.

Tausendguldenkraut


Das Tausendguldenkraut oder Tausendgüldenkraut ist ein Bitterkraut aus der Familie der Enziangewächse. Schon seit Jahrtausenden wird es als Arzneipflanze geschätzt. In erster Linie ist es bei Magen- und Verdauungsbeschwerden sowie aufgrund seiner appetitanregenden Wirkung im Einsatz. Weniger bekannt ist allerdings, dass das Tausendguldenkraut auch bei starkem Körpergeruch durch übermäßiges Schwitzen helfen kann.

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Bei unangenehmem Schweißgeruch kann das Tausendguldenkraut helfen.

Fazit


Wenn die Temperaturen steigen, wird Schwitzen zu einem ganz natürlichen Bestandteil des Alltags. Der Körper reagiert damit auf Hitze, Anstrengung oder auch hormonelle Veränderungen. Gerade im Sommer kann starkes Schwitzen jedoch als belastend empfunden werden, sowohl körperlich als auch im täglichen Leben.

Im Alltag hilft es, die eigenen Gewohnheiten an warme Temperaturen anzupassen. Dazu gehören leichte Kleidung, ein möglichst kühles Umfeld in Wohn- und Arbeitsräumen sowie bewusst gewählte Zeiten für Aktivitäten.

Auch regelmäßiges Trinken spielt eine wichtige Rolle, um den durch das Schwitzen entstehenden Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei Kräuterprodukten empfehlen wir Ihnen, auf eine entsprechend hohe Qualität zu achten. Hochqualitative lose Kräutertees sowie Tees im Filterbeutel erhalten Sie in Ihrer Apotheke oder im KOTTAS Kräuterhaus in 1010 bzw. online im KOTTAS Kräuterhaus Online-Shop!



Quellen:
Bäumler, S. (2012). Heilpflanzen Praxis heute. Arzneipflanzenporträts. Urban & Fischer.
Blaschek, W. (Hrsg.) (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis, 6. Auflage, Stuttgart.
Flood T. R. (2018). Menthol Use for Performance in Hot Environments. Current sports medicine reports, 17(4), 135–139.
Niedenthal, T. & Stange R. (2023). Salbei – Salvia officinalis L. Zeitschrift für Komplementärmedizin, 15(3): 54–56.
Stevens, C. J. & Best, R. (2017). Menthol: A Fresh Ergogenic Aid for Athletic Performance. Sports medicine (Auckland, N.Z.), 47(6), 1035–1042.

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