November 06, 2025

8 häufige Fehler bei der Zubereitung von Tee

8 häufige Fehler bei der Zubereitung von Tee

Fehler bei der Teezubereitung – und wie man sie vermeidet

Tee ist weit mehr als nur ein Getränk – er ist ein Symbol für Genuss, Entspannung und ein bewusstes Innehalten im Alltag. Die Tasse Tee ist für viele längst zum liebgewonnenen Ritual geworden. Ob Schwarztee, Grüntee, Kräutertee oder eine andere Teespezialität: Richtig zubereitet wird jeder Schluck zu einem genussvollen Erlebnis. Doch selbst erfahrene Teetrinker*innen übersehen manchmal kleine Details, die das Resultat erheblich beeinflussen können. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen 8 häufige Stolperfallen bei der Teezubereitung – und erklären Ihnen, wie Sie sie vermeiden und Ihr Lieblingsgetränk in vollen Zügen genießen können.


Fehler Nr. 1: Die falsche Wassertemperatur


Die Temperatur des Wassers hat großen Einfluss auf den Geschmack und die Wirkung Ihres Tees. Viele machen den Fehler, alle Arten von Tee direkt mit kochendem Wasser aufzugießen. Doch hier gibt es gravierende Unterschiede:

Alle sogenannten „echten“ Tees, also jene Sorten, die aus den Blättern des Teestrauchs gewonnen werden, wie Grüner, Schwarzer oder Weißer Tee, sollten niemals mit kochend heißem Wasser aufgegossen werden. Besonders beim Grüntee lösen sich bei zu hohen Temperaturen viele Gerbstoffe und Bitterstoffe, wodurch der Geschmack bitterer wird. Für einen ausgewogenen, angenehm feinherben Geschmack empfiehlt sich bei diesen Sorten eine Wassertemperatur von 80 Grad Celsius.

Anders verhält es sich mit Früchte- und Kräutertees sowie mit Matetee, Rooibostee und Honigbuschtee. Diese sollten auf jeden Fall mit sprudelnd heißem Wasser (Wassertemperatur von 100 Grad Celsius) aufgegossen werden. Vor allem bei Kräutertees wird dadurch gewährleistet, dass alle für die Wirkung bedeutsamen Inhaltsstoffe gelöst werden.


Fehler Nr. 2: Das Nichtbeachten der Ziehzeit


Ob der Tee in der Tasse sein volles Aroma entfalten kann, hängt maßgeblich von der Ziehzeit ab. In der Praxis lassen viele ihren Tee deshalb eher zu lange als zu kurz ziehen, sie belassen die losen Kräuter oder den Filterbeutel über die empfohlene Dauer hinaus im Wasser. Der Tee zieht weiter und wird zunehmend bitter. Gerade bei Grün- und Schwarztees führt dies zu einem herben Geschmack, da sich nach einiger Zeit vermehrt Gerbstoffe lösen. Diese wirken zusätzlich stopfend.

Es gilt: Immer rechtzeitig und vollständig abseihen bzw. den Beutel entfernen!

Zu kurze Ziehzeiten sind ebenfalls ungünstig – der Tee schmeckt dann wässrig und flach. Je nach Sorte sollten Grüne und Weiße Tees etwa 2 bis 3 Minuten ziehen. Bei Schwarztee wird eine Ziehzeit von 3 Minuten empfohlen, ab 4 bis 5 Minuten nimmt die anregende Wirkung ab.

Bei Kräuter- und Früchtetees ist die richtige Ziehzeit ebenso entscheidend. Viele Heilkräutertees entfalten erst nach längerer Dauer die für ihre Wirkung essenziellen Inhaltsstoffe. Für Blüten- und Blättermischungen wird eine Ziehzeit von 5 bis 10 Minuten empfohlen, bei Rezepturen mit hohen Wurzelanteilen 10 bis 15 Minuten.

8 häufige Fehler bei der Zubereitung von Tee

Fehler Nr. 3: Die falsche Dosierung


Häufig unterschätzen Teetrinker*innen, welchen Einfluss die richtige Dosierung der getrockneten Tee- oder Kräutermischung auf den Geschmack und die Wirkung des Tees hat. Grundsätzlich gilt: Immer die Zubereitungsempfehlungen auf der Teepackung befolgen!

Ob etwa von einem Teelöffel oder einem Esslöffel die Rede ist, kann einen großen Unterschied machen. Bei losem Tee führt eine zu hohe Dosierung oft zu einem bitteren oder unangenehmen Geschmack, während eine zu geringe Dosierung den Tee wässrig und wirkungslos macht. Eine Prise auf eine Tasse ist bei Kräutertee jedenfalls zu wenig – wenn eine bestimmte Wirkung gewünscht ist, sollte man sich unbedingt an die Angaben auf der Verpackung halten.

Die Empfehlungen variieren hierbei je nach Sorte und Anwendungsbereich. Wer unsicher ist, kann auf Filterbeuteltees zurückgreifen, bei denen die Dosierung bereits optimal abgestimmt ist. Aber Vorsicht: Zudem sollte man unbedingt auf die Wassermenge achten. Diese bestimmt maßgeblich das Stärkeverhältnis des Aufgusses.


Fehler Nr. 4: Den Tee mehrmals aufgießen


Natürlich möchte man als Teetrinker*in stets das volle Aroma aus dem Tee herausholen und nichts davon verschwenden. Doch mehrfaches Aufgießen ist bei den meisten Sorten nicht empfehlenswert. Sie entfalten ihren Geschmack und ihre Wirkstoffe nämlich bereits beim ersten Aufguss vollständig.
Eine Ausnahme bilden Grüne Tees wie der Sencha, Bancha oder Gunpowder. Übrigens gilt auch Weißer Tee als Grüntee und lässt sich dementsprechend mehrmals aufgießen.

Bei den genannten Sorten sind mehrere Aufgüsse nicht nur möglich, sondern werden sogar empfohlen – insbesondere, wenn ein milder Geschmack mit reduziertem Gehalt an Gerbstoffen und Koffein erwünscht ist. Der zweite Aufguss gilt als ausgesprochen harmonisch und sanft im Geschmack.

Wichtig dabei ist, die Ziehzeiten bei weiteren Aufgüssen entsprechend der Zubereitungsempfehlung auf der Verpackung zu verkürzen.


Fehler Nr. 5: Den Tee über Nacht stehen lassen und weitertrinken


Viele Tees lassen sich kalt hervorragend genießen. Wenn Tee allerdings stundenlang bei Zimmertemperatur steht, verliert er deutlich an Aroma und der Genuss bringt obendrein gesundheitliche Risiken mit sich. Durch den Kontakt mit Sauerstoff und Wärme verändern sich die Inhaltsstoffe, was häufig zu einem bitteren, unangenehmen Geschmack führt. Gleichzeitig bietet stehender Tee einen idealen Nährboden für Keime.

Vor allem Schwarz- und Grüntees sollten daher stets frisch zubereitet und möglichst zeitnah nach dem Aufgießen getrunken werden. Wer seinen Tee gerne kalt trinkt, sollte ihn gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb kurzer Zeit noch am selben Tag genießen. Für Cold Brews sind Kräuter- und Früchtetees in der Regel die bessere Wahl, da sie geschmacklich robuster sind.


Fehler Nr. 6: Den Tee nicht zugedeckt ziehen lassen


Ein weit verbreiteter Fehler bei der Teezubereitung ist, den Tee offen ziehen zu lassen. Gerade bei hochwertigen Kräutertees muss die Tasse oder Kanne während der Ziehzeit unbedingt gut zugedeckt werden. Nur so bleiben wertvolle flüchtige Inhaltsstoffe wie die in vielen Fällen wirkungsbestimmenden ätherischen Öle erhalten und können sich optimal entfalten.

Außerdem sorgt die Abdeckung dafür, dass der Tee nicht zu schnell auskühlt. Eine gleichbleibende Temperatur im Laufe der Ziehzeit ist ausschlaggebend für eine harmonische Extraktion von Aroma und Wirkstoffen.


Fehler Nr. 7: Zu hartes Wasser


Neben der Wassermenge sind die Härte und Qualität des Wassers, das bei der Zubereitung von Tee verwendet wird, von erheblicher Bedeutung. Prinzipiell sollte das Wasser, mit dem der Tee zubereitet wird, so weich wie möglich sein. In vielen Regionen ist das Leitungswasser allerdings sehr hart und enthält hohe Mengen an Calcium- und Magnesiumsalzen. Zwar ist dies gesundheitlich nicht bedenklich, jedoch können diese Mineralien unter Umständen mit Gerbstoffen und anderen Inhaltsstoffen des Tees reagieren. Das Ergebnis: ein flacher, stumpfer oder unangenehmer Geschmack sowie ein öliger Film an der Teeoberfläche.

Wer in einer Region mit hartem Wasser lebt, sollte daher den Einsatz eines Wasserfilters in Betracht ziehen. Diese machen das Wasser weicher und befreien es von Chlor, Kalk, Bakterien und anderen Zusätzen oder Verunreinigungen. Alternativ kann man auf stilles, mineralstoffarmes Mineralwasser zurückgreifen. Ideal geeignet ist weiches Wasser mit geringem Mineralgehalt, in dem sich das Aroma des Tees optimal entfalten kann. Es empfiehlt sich darüber hinaus, Wasserkocher, Teekannen und Tassen regelmäßig zu entkalken, um Ablagerungen zu vermeiden.

8 häufige Fehler bei der Zubereitung von Tee

Fehler Nr. 8: Das falsche Zubehör verwenden


Weniger ist manchmal mehr. Nicht jedes Teezubehör ist notwendig. Auf Teeeier können Sie beispielsweise getrost verzichten, denn sie beeinträchtigen oft den Geschmack und die Wirkung des Tees. Feine Kräuter und Teeblätter brauchen ausreichend Raum, um sich während der Ziehzeit frei entfalten zu können. Nur so können die wertvollen Inhalts- und Wirkstoffe gut in den Aufguss übergehen und ihr volles Aroma entwickeln. Greifen Sie daher lieber zu Baumwoll- oder Papierfiltern.

Accessoires wie Teekannen hingegen können das Genusserlebnis tatsächlich bereichern, da die feinen Zutaten sich darin gut entfalten können. Bei der Wahl der Kanne ist aber Vorsicht geboten: Metallische Teekannen können den Geschmack des Tees beeinflussen. Bei gusseisernen Teekannen ist darauf zu achten, dass diese innen emailliert sind. So wird das authentische Aroma des Tees bewahrt. Ein Beispiel für eine solche Teekanne aus Gusseisen finden Sie in unserem Online-Shop oder im KOTTAS Kräuterhaus.


Fazit


Ob Ziehzeit, Wassertemperatur oder Dosierung – es gibt vieles, was bei der Zubereitung von Tee schiefgehen kann. Die gute Nachricht: Mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich die meisten typischen Fehler bei der Teezubereitung ganz leicht vermeiden. Wer die Zubereitungshinweise auf der Verpackung liest und beachtet, legt den Grundstein für ein rundum gelungenes und genussvolles Teeerlebnis.

In diesem Sinne: Viel Freude beim Zubereiten und Genießen Ihrer Lieblingstees!



Quellen:
Bäumler, S. (2012). Heilpflanzen Praxis heute. Arzneipflanzenporträts. Urban & Fischer.
Blaschek, W. (Hrsg.) (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis, 6. Auflage, Stuttgart.
Miedaner, T. (2018). Tee – das Getränk der Kaiser. In: Genusspflanzen. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-56602-2_10

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