März 03, 2022

Arzneipflanze des Jahres 2022

Eine Pflanze mit Vergangenheit: der Mönchspfeffer

In diesem Jahr wurde der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.) zur Arzneipflanze des Jahres 2022 gewählt von dem interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin (Universität Würzburg). Diese Wahl wurde begründet mit der großen Bedeutung von Mönchspfeffer in der Kultur- und Medizingeschichte, der Forschung in der jüngeren Vergangenheit und dem zukünftigen Potential für die medizinische Nutzung.


Mönchspfeffer: Eine Pflanze mit Vergangenheit


In der griechischen Mythologie fand die Geburt der olympische Göttin Hera auf der Insel Samos unter einem Keuschbaum (wie der Mönchspfeffer umgangssprachlich bezeichnet wird) statt. Zudem vereinigte sich Hera auf der gleichen Insel in einer „heiligen Hochzeit“ (Hochzeit zweier Götter) mit Zeus wieder unter einem Keuschbaum.
Ferner beschreibt bereits Dioskurides im 1. Jahrhundert diese Pflanze in seiner Arzneimittellehre.


Botanische Beschreibung des Mönchspfeffers


Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.) auch Keuschlamm oder Liebfrauenbettstroh genannt, ist ein Strauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er wächst besonders gut an Flussufern und feuchten Standorten.
Seine Zweige sind hellbraun, vierkantig und fein behaart und er wird etwa vier Meter hoch. Die Blätter sind handförmig, 5- bis 7-zählig gefingert und haben eine würzig-pfeffrigen Geruch. An der Blattunterseite sind diese kurzfilzig behaart und heller im Vergleich zur Oberseite.
Die dichten Blütenstände des Mönchspfeffers bestehen aus kleinen duftenden Einzelblüten, welche verschiedene Farben haben kann: von blau über violett bis hin zu rosa und weiß.
Die Früchte sind runde, dunkelbraune Steinbeeren, die einen Durchmesser von 3-5 mm erreichen und bis zu vier Samen enthalten.


Mönchspfeffer in der Volksmedizin


Die Früchte wurden im Mittelalter als Anaphrodisiakum bei Nonnen und Mönchen eingesetzt, daher stammt auch der Name. Die Einnahme der Steinbeeren sollte die Einhaltung des Keuschheitsgelübdes erleichtern.


Mönchspfeffer in der Moderne


Der Wirkmechanismus von Zubereitungen aus den Früchten des Mönchspfeffers wurde in den letzten Jahrzehnten untersucht und es konnte gezeigt werden, dass dadurch Sexualhormone beeinflusst werden. Prolaktin, ein Hormon, dass anregend ist für Milchdrüsen und Milchbildung, wird gesenkt und weitere Sexualhormone beeinflusst. Auf diese Weise kann es einen dämpfenden Effekt auf das sexuelle Verlangen bei Frauen und Männern haben. Zuviel Prolaktin kann störend auf den weiblichen Zyklus wirken und Ursprung für das prämenstruelle Syndrom, Schwellung der Brüste und bestimmte Formen von fehlendem Eisprung sein. In klinischen Studien an Frauen mit den genannten Erkrankungen zeigen der Einsatz von arzneilichen Mönchspfeffer-Extrakten eine überzeugende Wirksamkeit.

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